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Speichertechnologie auf ehemaligen AKW-Flächen

Ehemalige Atomkraftwerksstandorte könnten sich zu Knotenpunkten der Energiewende entwickeln. Aktuell prüft Vattenfall den Standort des einstigen AKW Brunsbüttel.

In den vergangenen Jahren entdeckten Projektentwickler für Batteriespeicher das Potenzial ehemaliger Standorte von Atomkraftwerken. Denn an diesen Orten, an denen einst dauerhaft Strom ins Netz eingespeist wurde, entstehen Speicherlösungen, die Wind- und Solarstrom unabhängig von ihrer Produktion verfügbar machen.
Ein aktuelles Beispiel ist Brunsbüttel. Am Standort des stillgelegten Atomkraftwerks nordwestlich von Hamburg stimmte das Stadtparlament jüngst dem Bau eines Großbatteriespeichers durch den schwedischen Energiekonzern Vattenfall zu. Geplant ist eine Anlage mit 254 Megawatt (MW) Leistung und bis zu 700 Megawattstunden (MWh) Speicherkapazität, die ab 2028 Strom aufnehmen und wieder abgeben könnte.

Beste Voraussetzungen durch bestehende Infrastruktur
Der Standort scheint ideal mit großen verfügbaren Flächen und einem leistungsfähigen Netzanschluss, der für den Dauerbetrieb des Atomkraftwerks ausgelegt war. „Aus energiewirtschaftlicher Sicht ist das eine konsequente Weiterentwicklung“, sagt Dr. Dominik Schall, Leiter des Geschäftsbereichs Energie & Infrastruktur bei der BVT Unternehmensgruppe. „Die Netzanbindung ist bereits vorhanden, Genehmigungsrisiken sind oft geringer und die Standorte sind gesellschaftlich als Energieorte akzeptiert.“
Vattenfall hatte bereits 2024 erklärt, mit dem Batteriespeicher in Brunsbüttel vor allem sogenannte Systemdienstleistungen für das Stromnetz erbringen zu wollen. Dazu zählen unter anderem Frequenzregelung, Spannungshaltung und das Management lokaler Netzengpässe im Auftrag der Netzbetreiber.
„Batteriespeicher sind das Bindeglied zwischen erneuerbarer Erzeugung, Netzstabilität und Marktmechanismen“, so Schall. „Sie reduzieren den Bedarf an fossilen Reservekraftwerken und erhöhen gleichzeitig die Effizienz des Gesamtsystems.“

Trend an vielen ehemaligen AKW-Standorten
Brunsbüttel reiht sich in eine wachsende Zahl ähnlicher Projekte ein. So plant E.ON am ehemaligen AKW Brokdorf einen Batteriespeicher mit bis zu 800 MW Leistung. RWE errichtet am Standort Gundremmingen einen Speicher mit 400 MW und 700 MWh, der ebenfalls 2028 in Betrieb gehen soll. Auch in Philippsburg, Isar und Würgassen sind Großbatterien geplant oder bereits im Bau. 
Neben ihrer Bedeutung für die Energiewende gewinnen Batteriespeicher auch aus Investorensicht an Relevanz. Sie gelten zunehmend als eigenständige Infrastruktur-Assetklasse mit langfristigem Perspektivpotenzial. „Großbatteriespeicher sind aus unserer Sicht Infrastrukturinvestments der neuen Generation“, erklärt Dominik Schall. „Die Nutzung ehemaliger AKW-Standorte senkt Investitions- und Projektrisiken“, so Schall weiter. „Für langfristig orientierte Sachwertstrategien sind Batteriespeicher ein lukrativer Baustein.“
Auch wenn in Brunsbüttel die finale Investitionsentscheidung von Vattenfall noch aussteht, ist die Richtung klar: Die Energiewende verlagert sich zunehmend von der reinen Stromerzeugung hin zur intelligenten Steuerung von Energie. „Die Zukunft des Stromsystems ist nicht nur erneuerbar, sondern vor allem flexibel“, fasst Dominik Schall zusammen. „Batteriespeicher machen diese Flexibilität technisch und wirtschaftlich möglich und werden damit zu einem unverzichtbaren Element der Energieinfrastruktur.“

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