Vor 50 Jahren nahm die Erfolgsstory der BVT ihren Anfang. Heute zählt das Emissionshaus zu den ersten Adressen Deutschlands für Sachwertbeteiligungen. Ein Rück- und Ausblick
Es waren die 1970er-Jahre, eine Zeit des Aufbruchs und der Experimente. Während sich auf dem Land wenig veränderte, begann in den Metropolen die Modernisierung: kapitalmarktorientiert und voller neuer Möglichkeiten. Für den jungen Harald von Scharfenberg als ältesten Sohn in einem land- und forstwirtschaftlichen Familienbetrieb schien die Übernahme des Unternehmens vorherbestimmt. Doch schon früh wehte ihn der hessische Wind in eine andere Richtung. Zufällige Kontakte in die Hamburger Finanzwelt eröffneten ihm den Blick in eine Welt, die ihm spannender erschien als das heimische Landleben. Und so wurde aus dem designierten Agrarmanager ein Finanzmanager, der als Gründer und langjähriger Spiritus Rector der BVT, eines heute wichtigen Players im deutschen Sachwertemarkt, verschiedene Assetklassen maßgeblich mitgeprägt hat.
Der Grundstein: US-Investments
1976 legte von Scharfenberg mit der Emission deutscher Fonds für die Beteiligung an US-Investitionen den Grundstein für die heutige BVT. Ein Jahr später – zu einer Zeit, in der Investitionen in den USA noch als sehr exotisch galten – kamen Immobilienfinanzierungen hinzu. Die erste echte Projektentwicklungs-Fondsserie folgte 1979: die BVT Public Storage Funds, realisiert mit dem später weltgrößten Betreiber von SB-Lagerhausanlagen. Schlag auf Schlag ging es weiter: 1982 wurde die erste US-Apartmentanlage für ein Private Placement erworben – ein Vorläufer der 2004 ins Leben gerufenen, bis heute sehr erfolgreichen Fondsserie BVT Residential USA. Zwei Jahre später emittierte BVT erstmals Fonds, die in deutsche Immobilien mit Schwerpunkt Gewerbebauten investierten. Auch dieser Ansatz wurde 2004 in eine langlebige Fondsserie überführt, die Ertragswertfonds, die ebenfalls bis heute solide Renditen erbringen.
1989 machte BVT erneut mit einem Novum Schlagzeilen: Unter dem Slogan „Umweltschutz als Kapitalanlage“ schuf von Scharfenberg mit seinem Team den ersten deutschlandweit verfügbaren Publikumsfonds zur Finanzierung eines Windparks. Mit Assets wie kommunalen Heizkraft- und Klärwerken, US-Shoppingcentern und einem „Kraftwerke-Pool“ verbreiterte BVT in den folgenden zehn Jahren ihre Sachwertekompetenz stetig. In den Nullerjahren kamen Fonds für Private Equity, Computerspiele, Solarparks sowie Portfoliokonzepte hinzu. Nicht alle Ideen wurden zu einer Erfolgsstory, aber das Gros der Investitionen brachte den Anlegern erfreuliche Renditen. Einen Meilenstein bildete 2013 die Gründung der BVT-Tochter derigo, die als Kapitalverwaltungsgesellschaft die Fonds konzipiert und managt – und der nachhaltigen Ausrichtung des Hauses Rechnung trägt, etwa durch die Unterzeichnung der UN-Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren. Auf dieses Ziel zahlen auch der 2020 gegründete Beirat Nachhaltigkeit und das von ihm beratene ESG-Team von BVT ein.
Fokus auf Kernkompetenzbereichen
Als Ergebnis dieser weitsichtigen Unternehmensentwicklung verfügt BVT heute über eine breit aufgestellte Geschäftsstruktur mit sich ergänzenden Investitionsfeldern. „Diese Diversifikation wirkt wie ein Ausgleichsmechanismus: Schwächere Marktphasen in einem Segment können durch positive Entwicklungen in anderen Bereichen abgefedert werden“, erklärt Tibor von Wiedebach-Nostitz, der 1996 in das Unternehmen eingetreten ist und heute als geschäftsführender Gesellschafter die Geschicke von BVT leitet. Der Hauptfokus liegt unverändert auf langjährigen Kernkompetenzbereichen, ohne den Innovationsanspruch aufzugeben. So wurden im Segment US-Immobilien 2025 ein Residential-Publikumsfonds und ein Private Placement ausplatziert, ein weiterer Fonds für institutionelle Investoren befindet sich in der Emissionspipeline; aktuell läuft der Vertrieb des BVT Residential USA 21, der als erster seiner Art nach Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung gestaltet wurde. Im zweiten Schwerpunktbereich Energie und Infrastruktur können sich Privatanleger am BVT Concentio Energie & Infrastruktur II beteiligen, (semi-)professionellen Investoren steht derzeit der BVT Sustainable Energy Fund offen. Perspektivisch prüfen die hauseigenen Erneuerbare-Energie-Experten zudem, das Zukunftsthema Batteriespeicher mit einem Fonds aufzugreifen. Daneben nutzt BVT auch weiterhin die Chancen des deutschen Immobilienmarktes, hier ist ein neuer Spezial-AIF der Ertragswertfonds-Serie in Vorbereitung, während ein Spezial-AIF mit Fokus auf den Zweitmarkt Immobilien aktuell von (semi-)professionellen Anlegern gezeichnet werden kann.
Über alle Assetklassen hinweg treibt das Emissionshaus überdies die Digitalisierung und die Implementierung von KI in Prozesse und Fondsstrukturen voran – „von der Analyse und Auswahl von Investments bis hin zur Optimierung im Assetmanagement und der Anlegerkommunikation“, wie von Wiedebach-Nostitz ausführt. „Unser Ziel ist es, uns in diesem Bereich als eines der führenden Häuser zu positionieren und die Chancen der digitalen Transformation konsequent für unsere Anleger zu nutzen.“
Pioniergeist durchdringt BVT also auch 50 Jahre nach der ersten Beteiligungsemission wie eh und je. Sowohl private als auch semiprofessionelle und professionelle Anleger können damit vielen weiteren spannenden und rentablen Fondskreationen entgegensehen.